Covid-19

Man möchte sagen, dass dieser Virus uns überrascht hat. Doch je länger wir darüber nachdenken können, so erscheint es wenig überraschend, was passiert ist. Es ist nicht die Zeit für Verschwörungstheorien, denn das füttert die Panik der Menschen. Aber diese Gedanken spielen eine Rolle. Wenn wir soweit gekommen sind, zu denken, dass die Staaten einen Virus entwickeln, um die Bevölkerung zu reduzieren, dann befinden wir uns im Film „Kingsman“ (zu empfehlen, wenn man Agentenfilme mag). Die Situation aber hat Nährboden geschaffen, dass die Menschen so etwas glauben, denken und aussprechen. Das Übel in der Welt ist soweit fortgeschritten, dass für viele ein solches Szenario denkbar ist – und das sagt viel aus. Autoritäre Regime, Verleumdung der Wissenschaft und Gewalt gegenüber Andersdenkenden sind allgegenwärtig und bilden die Grundlage für solche Annahmen. Und sie bilden die Grundlage für fehlgeleitetes Verhalten.

Ideales Beispiel: Jair Bolsonaro (https://www.spiegel.de/politik/ausland/brasiliens-praesident-jair-bolsonaro-und-corona-der-gefaehrder-a-7c3141ac-11ba-46eb-a30f-ef1cd1f91fda). Der Mann, der Brasilien mit harter Hand und wenig Wissenschaft regiert, hält den Virus für Fantasie, selbst wenn mehrere Mitglieder seiner Delegation in die USA erkrankt sind. Ein erschreckendes Vorbild für viele andere Menschen weltweit. Der Orange im Weißen Haus zeigt sich nicht besser – selbst als Person, die Panik vor Bakterien hat. Das führt zu uns Deutschland, denn hier zeigen viele Bewohner, dass sie nicht die hellste Kerze auf der Torte sind. Grillen, Feiern, Hamsterkäufe. Deutschlandweit. Zwar rät der Weltärztebund von Ausgangssperren ab (https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-weltaerztebund-gegen-ausgangssperren-zur.1939.de.html?drn:news_id=1111665), allerdings muss es dennoch zu entsprechenden Maßnahmen kommen. Besondere Hygiene und Social Distancing helfen nachweislich und dann muss man sich daranhalten. Eigene Bedürfnisse hin oder her. An vielen Orten zeigen sich menschliche, solidarische und edle Akte und Handlungen. Das ist bewundernswert, aber sollte am Ende doch irgendwie normal sein. Damit sind wir wieder bei der düsteren Gesellschaft, die Nährboden von Verschwörung, Neid und Hass ist.

Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob der Virus aus China oder sonst wo herkommt. Ich habe neulich erst darüber nachgedacht, als es hieß, dass Argentinien Menschen mit Gefängnisstrafen sanktioniert, wenn sie die Ausgangssperre brechen. Argentinien, Deutschland, Australien, Italien, China, Japan, USA, Kanada, Saudi-Arabien, Finnland, Türkei, Südafrika und noch viel mehr. Eine wahrhafte Pandemie hält die Welt im Würgegriff. Und unausgesprochen haben wir Glück, denn die Rate ist gefährlich und die Risikogruppen brauchen besonderen Schutz, doch ein anderer Virus würde vielleicht eine Sterberate von 10 % oder noch mehr haben – und dann bräche die Welt direkt zusammen. Es ist vielleicht ein Test, den wir bestehen müssen. Ich bin wahrlich kein Experte, was Viren angeht, allerdings kann ich mit größtem Respekt allen begegnen, die derzeit alles tun, um uns zu helfen: Krankenpfleger, Altenpfleger, Ärzte, Beamte vom Gesundheitsamt, Müllmänner, Postbeamte und alle, die ihren Job machen, damit es weiterlaufen kann. Damit bin ich auch beim Fokus meiner Ausführungen: den Veränderungen, deren wir uns bewusst werden müssen.

Es müssen grundlegende Veränderungen stattfinden, um unser Leben zu verbessern.

  1. Die Zeiten zeigen, dass viele Berufe zu wenig Anerkennung bekommen. Das muss sich ändern. Vor allem Pflegeberufe werden politisch stiefmütterlich behandelt, obwohl sie so wichtig sind. Es ist einfach peinlich, wie wenig wir diese Berufe schätzen. Einer Studie von „Merkur“ nach, sind Pflegeberufe die undankbarsten in Deutschland. Das wird ein ehrliches Licht auf unsere Gesellschaft – und daran müssen wir etwas ändern. Wie wir diesen Berufen mehr Anerkennung verschaffen können, ist Punkt 2.
  2. Mehr Geld. Nicht nur diese wichtigen Berufe, sondern alle Berufe müssen gerecht bezahlt werden. Es muss effektiver ausgerechnet werden, inwiefern die Bezahlung den Lebenshaltungskosten angepasst werden muss. Ein Bezug hier muss zum Wohnungsmarkt gezogen werden, meine Wohnung in Hannover mit 50qm kostet so viel, dass eine Pflegekraft sie kaum bezahlen kann. Fuck it – eine Person mit einem Beruf sollte auf 50m² bezahlbar leben können. Und damit:
  3. Das bedingungslose Grundeinkommen. Wir brauchen ein stärkeres Netz für die Menschen, zu viele Bürger müssen um ihre Existenz fürchten. Ein BGE schafft eine neue Sicherheit, mit der die Welt anders arbeiten kann – und nicht nur in solchen Zeiten schützt der Staat die Menschen. Das ist immerhin seine wichtigste Aufgabe. Ich spiele damit nicht auf Armee oder Polizei an, sondern darauf, was unser Staat sich zur Aufgabe gemacht hat. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – das Einkommen sollte auch unantastbar sein. Eine Betrachtung dieses Modells wird später Thema eines Blogeintrages sein, heute ist es als Moral formuliert, die diese Krise uns lehrt.

Ich wünsche mir diese Veränderungen nicht nur in Deutschland, sondern überall. Angela Merkel lobte gestern unser Gesundheitssystem – und es hat viele Vorteile gegenüber anderen Ländern – USA HUST HUST. Aber auch hier ist es eine Zwei-Klassen-Versicherung mit Privatkassen und gesetzlichen Versicherern. Darum sollten wir bei uns anfangen und das System fairer gestalten, um ein Vorbild für andere Länder zu sein.

Mir ist klar, dass wir zuerst diese Krise überstehen müssen, allerdings brauchen wir auch jetzt einen Blick in die Zukunft dürfen uns nicht mit dem „hat alles geklappt“ abfinden.

Unter „Netzwerk Grundeinkommen“ findet ihr eine Möglichkeit, euch für das BGE, das eine Alternative zum derzeitigen sozialen Netz einzusetzen, darstellt. Es ist mehr als nur einen Blick wert.

Man kann so viel zu diesem Thema schreiben und es sind auch noch nicht alle meine Gedanken in Worte umgesetzt, aber momentan zeigt mir jeder Tag, dass diese Krise so tiefgreifend, intensiv und umwälzend ist, dass wir eine Denkweise brauchen, um damit umzugehen – und ich möchte diese aufgreifen, bevor der Sturm zu Ende ist. Es ist immer der richtige Zeitpunkt, Gerechtigkeit zu verlangen.

Zum Abschluss möchte an alle appellieren, dass diese Maßnahmen, die uns alle schützen eingehalten und umgesetzt werden:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Das Robert-Koch-Institut ist derzeit unser vertrautester Partner – Experten müssen die Richtung vorgeben. Lest die Tipps und verhaltet euch entsprechend, es ist nur eine Phase – wir kommen da gemeinsam durch.

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