Warum Joe Biden nicht gewinnen wird

Die Vorwahlen in den USA sind entschieden. Joe Biden, ehemaliger Vizepräsident der USA unter Barack Obama, wird versuchen, Donald Trump aus dem Amt zu entfernen. Nie gab es mehr Kandidaten für die Demokraten, denn sie alle haben sich Chancen ausgerechnet, den unpopulärsten Gegenkandidaten aller Zeiten zu besiegen. Das zeigten die Umfragen: Am Tag seines Wahlsieges gab es keinen unpopuläreren Kandidaten als ihn. Jemals. Und dennoch: Trump schlug Hillary Clinton im Electoral College. Es wäre müßig, das System zu erklären. Am Ende bleibt, dass es undemokratisch ist, allerdings sind die Gegebenheiten nun so und man braucht vorerst danach nicht zu rütteln, denn es gehört abgeschafft, die Politik wird es aber nicht umsetzen. Wie ist es aber möglich, dass Trump die Präsidentschaft erringen konnte? Hillary Clinton ist eine kluge, strategisch augefeilte, dekorierte Politikerin: Senatorin, Außenministerin, Frau eines ehemaligen Governeurs und Präsidenten. Sie wäre zweifellos qualifiziert genug und sie hatte am Ende über drei Millionen Stimmen mehr. Und dennoch ist der orange Mann im Weißen Haus und nicht sie. Die Ursachen sind jedoch nicht schwer aufzudecken. Zuerst sei gesagt, dass die russische Hilfe für ‚The Donald‘, die nachgewiesen ist, denn Sonderermittler Robert Muelller hat mit seinem Bericht unterschiedliche Unternehmen und Personen vor Gericht gebracht, nur ein winziger Bruchteil war. Das gilt auch für die Wiedereröffnung des Verfahrens gegen Hillary Clinton kurz vor der Wahl. Ein größerer Grund dagegen ist der verwurzelte Sexismus in der USA. Es gibt viele Gründe, HRC nicht zu wählen: Sie ist ein Hawk (Fachbegriff für außenpolitisch aggressive Akteure), arrogant und offensichtlich unauthentisch – dass sie eine Frau ist, zählt jedoch nicht dazu. Und dennoch finden sich Videos, in denen klar wird, dass es einen Prozentsatz gibt, der genau darauf abzielt. Die übrigen Gründe führen zu weiteren desolaten Zahlen: Am Ende erhielt HRC „nur“ 54 % der weiblichen Stimmen. Das ist eine deutliche Mehrheit – ja. Aber verdammt nochmal, Donald Trump hat öffentlich zugegeben, dass er Frauen gegen ihren Willen sexuell belästigt und damit davonkommt, weil er „reich“ und berühmt ist. Dann sind 54 % deutlich zu wenig. Der Hass der Menschen auf Hillary Clinton war so gewaltig, weil sie es nicht geschafft hat, die Wähler für sich zu gewinnen. Als eine Aktivistin sie anspricht, inwiefern HRC Verantwortung für die Justizreformen der 90er übernimmt, ist die Antwort: Die Aktivistin solle doch bitte selbst für ein Amt kandidieren. (https://www.nytimes.com/2015/08/20/us/politics/hillary-clinton-takes-on-civil-rights-generation-gap.html) Diese Überheblichkeit, dieses Selbstverständnis und diese Arroganz definieren Hillary Clinton:  https://www.nytimes.com/2018/10/29/us/politics/hillary-clinton-run-president.html Sie fühlt sich, als sei es ihr Schicksal, Präsidentin zu sein und das ist das Problem. Es fehlt ihr an Bodenständigkeit und Demut, denn sie erwartet schlichtweg, dass sie diese Rolle einnehmen darf. Die Wähler verabscheuen das. Mit all diesen Problemen war es von vornherein klar, dass die Wahl schwierig wird, auch wenn alle Prognosen anders lauteten.

Und das bringt uns zu Joseph Robinette Biden. Gibt es eventuell ein Video, in dem er unpassend auf die Interaktion mit Wählern reagiert?

https://www.youtube.com/watch?v=2HHqcr43qr0           „Wähl jemand anderes“

https://www.youtube.com/watch?v=bccEJJS56-w            „Du bist ein verdammter Lügner“

https://www.independent.co.uk/news/world/americas/joe-biden-gun-control-michigan-2020-election-a9390746.html                                            „Ihr seid voller Shit“

Shit indeed. Im Kontext muss klar sein, dass auch die Wähler nicht alles richtig gemacht haben, allerdings ist es durchaus fair zu fragen, ob die Problematik mit Joe Bidens Sohn Hunter (arbeitete für eine ukrainische Gasfirma, ohne Experte dafür zu sein, während Biden Vizepräsident war) ein Problem werden könnte, wenngleich Biden dadurch wütend wurde.

Als Präsident der Vereinigten Staaten muss ich in der Lage sein, mit Wählern zu reden, ohne sie zu beschimpfen, auch wenn ich mit ihnen nicht übereinstimme.

Neben diesen gescheiterten „Versuchen“ zeigt Joe Biden eine weitere Parallele zu HRC. Seine konservative Seite: Hillary war in jungen Jahren eine Republikanerin. Das ist erlaubt, gerade vor Dekaden war der Verfall zu einer monströsen Partei noch nicht soweit vorangeschritten, aber dennoch war sie immer bereit, eine konservative Position zu verteidigen. Joe Biden verteidigt sowas auch gern, so zum Beispiel Strom Thurmond. Der ehemalige Senator, der fast 50 Jahre für South Carolina Politik praktizierte, kritisierte die Aufhebung der Rassentrennung, wandte sich gegen Rechte der Schwarzen und stellte sich vehement gegen eine Gleichberechtigung. Was hat Joe Biden dazu zu sagen?

https://www.washingtonexaminer.com/politics/biden-praised-segregationist-strom-thurmond-as-closest-friend-who-believed-in-heterogenous-diverse-society

„Einer der besten Freunde“. Fuck it. Ganz ehrlich, selbst wenn ich glaube, dass es ein netter Kerl gewesen wäre – was er nicht war – so muss ich irgendwann erkennen, dass es nicht akzeptabel ist, so einen Menschen derart zu würdigen. Und am Ende stehen noch seine Haltungen: Keine gesetzliche Krankenversicherung, keine Legalisierung von Marihuana, Unterstützung des Irak-Krieges, weil er glaubt, George W. Bush würde die Wahrheit sagen. Wer unterstützte diesen Krieg noch? Hillary Rodham Clinton. Joe Biden ist ähnlich wie Hillary der Typ der Republikaner vergangener Jahre und hat keinen Draht mehr zur Wählerschaft. Gut, er ist keine Frau – großartige Qualifikation. Nicht. Und dann bleibt natürlich noch Barack Obama. Die Medien ergießen sich in Orgasmen: Obama wird demnächst auf Tour mit Biden gehen:

https://www.politico.com/news/2020/04/09/barack-obama-joe-biden-2020-campaign-178115

Verdammt nochmal, wenn dasteht, dass der „Gewinner“ der ist, der nicht angetreten ist, ist es mächtig schiefgelaufen. Biden könne nicht so Kampagnen durchführen und Obama sei deutlich charismatischer. Dieser ist aber nicht mehr Präsident und er selbst hat Joe Biden davon abgeraten: https://www.gq.com/story/obama-to-biden-dont-run – denn er wusste, dass es keine gute Idee ist. Und der Grund ist klar: Obama hat Biden nicht auserwählt, weil sie so toll zusammenpassten, Joe Biden war die Beruhigung an alle Weißen, die Angst vor einem schwarzen Präsidenten hatten. Dass beide eine Männerfreundschaft entwickelten ist ein schöner Aspekt, hat aber absolut nichts mit der Politik und der Führung der freien Welt zu tun, wenngleich ich sagen muss, dass die Welt in den USA gar nicht mehr so frei ist.

Joe Biden ist ein katastrophaler Kandidat, der weder Wähler begeistert, noch moderne, notwendige Reformen durchführen will: https://www.salon.com/2019/06/19/joe-biden-to-rich-donors-nothing-would-fundamentally-change-if-hes-elected/ – keine euphorisierende Message. Wie gewann Obama denn bitte? „Change“. Veränderung. Und bei allem haben wir noch nicht darüber gesprochen, dass Biden seine Frau und Schwester verwechselt hat, angab, für den Senate zu kandidieren und man sollte doch bitte den „anderen Biden“ wählen. Oder das eine Mal, als er nicht wusste, in welchem Staat er sich befand. Lustig.

Diese Gründe werden am Ende dazu führen, dass Joseph Biden, Uncle Joe, die Präsidentschaft nicht gewinnen wird und wir weitere vier Jahre einen Donald Trump erleben, dem es erlaubt wurde, das Gesetz zu brechen.

Die Zeiten werden dunkel und sie werden noch eine ganze Weile andauern.

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