Hannöversche Tafel e.V.

Welche Angebote und Leistungen vollbringt die Hannöversche Tafel und in welchem Umfang / Was leisten die Freiwilligen u. Ehrenamtlichen?

Seit seiner Gründung 1999 unterstützt der Verein Hannöversche Tafel e.V. Bedürftige in unserer Stadt, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft ausreichend für die Lebensmittel ihres täglichen Bedarfs zu sorgen. Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen holen täglich qualitativ nicht zu beanstandende Lebensmittel aus Firmen, Supermärkten, Geschäften und Bäckereien ab, die dann an bedürftige Menschen in unserer Stadt weitergegeben werden. Dadurch wird unsinnige Verschwendung von einwandfreien Lebensmitteln, die täglich aus der Produktion oder aus dem Handel entsorgt werden, vermieden. Gründe hierfür sind z.B. Überproduktion, fehlerhafte Beschriftung und Farbgebung, Verpackungsfehler oder das nahende Mindesthaltbarkeitsdatum. Qualitativ sind all diese Lebensmittel nicht zu beanstanden.  Auf diese Weise werden von uns Backwaren, Gemüse, Obst und Fertigprodukte bei unseren Ausgabestellen den Bedürftigen zur kostenlosen Abholung bereitgestellt, sowie von uns an mehr als 40 soziale Einrichtungen wie z. B. Unterkünfte für Obdachlose, Spätaussiedler, Frauen oder Drogenabhängige verteilt.                                                                    

Die Abgabe erfolgt unter Beachtung der Lebensmittelhygieneverordnung, des Infektionsschutzgesetzes und der Verbraucherschutzrichtlinien der EU zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln, wie auch selbstverständlich unter strenger Beachtung der aktuellen Sicherheits- und Hygienemaßgaben.

Wir dürfen mit rund 160 Ehrenamtlichen zusammen arbeiten, die entweder als Fahrer die Lebensmittel einsammeln oder diese an den Ausgabestellen sortieren und ausgeben.

Sie alle spenden uns, das ist ganz wunderbar,  ihre Zeit und Arbeitskraft und Motivation.

Inwiefern ist die Arbeit durch Corona erschwert / gibt es Unterstützung durch das Land / den Bund?

Durch die Pandemie hatten wir im Frühjahr 2020 mehrere Wochen geschlossen und geben erst seit Juni 2020 wieder Lebensmittel aus. Während des aktuellen Lockdowns war nur eine unserer Ausgabestellen geschlossen , die im März aber auch wieder öffnet;  die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Die Märkte und Bäckereien spendeten im Jahr 2020 fast wie zuvor; insgesamt aber — spätestens seit Jahresbeginn 2021 — ist mehr und mehr ein Rückgang an Lebensmittelspenden, wie auch an Spenden allgemein festzustellen, während die Zahl der Bedürftigen, die die Tafel besuchen (müssen) stetig zunimmt.

Hinsichtlich der Obdachlosen haben wir keine Zahlen. Diese fahren wir in den Einrichtungen (Wohnheime und Tagestreffs) an.

Was die Kindertafel betrifft, konnten seit dem neuerlichen Lockdown  keinerlei Angebote in den Schulen stattfinden. Durch die sukzessive Öffnung der Schulen, speziell der Grundschulen sowie der von uns angefahrenen Kinderbetreuungseinrichtungen jedoch können wir diese nun wieder versorgen mit gesundem Frühstück u.ä.. Letztlich aber hängt alles gegenwärtig von der Lage an der jeweiligen Schule ab.

Alle anderen Einrichtungen konnten und können wir trotz der Pandemie erreichen, worüber wir sehr froh sind.

Unsere ehrenamtlichen HelferInnen sind uns auch während der gesamten Corona-Zeit treu geblieben. Ein tolles Team ! Mit unserem Raum-, Sicherheits- und Hygienekonzept sowie den angepassten Abläufen bei den Ausgaben, sind wir in dieser ganzen Zeit gut gefahren und konnten somit  den Betrieb alle gemeinsam aufrecht erhalten.

Als mildtätiger Verein erhalten wir keinerlei öffentliche Zuschüsse, sondern finanzieren uns ausschließlich durch freiwillige Spenden, also Geldspenden und Fördermitgliedschaften, die uns helfen, den Tafelbetrieb zu gewährleisten.

Welche besondere Stellung nehmen Kinder bei dieser Hilfe ein?

Durch die regulären Ausgaben können wir Kinder nicht direkt versorgen; nur indirekt dadurch, dass die Haushalte, in denen die Kinder leben, ja durch die empfangenen Lebensmittel unterstützt werden. Wir haben auch keinen eigenen Kinder-Mittagstisch; hiervon gibt es schon eine größere Anzahl in Hannover.

Im Rahmen der Hannöverschen Kindertafel jedoch, die es seit 2005 gibt, wollen wir viele Kinder dadurch erreichen, dass wir Einrichtungen anfahren, in denen bereits für die Kinder gesorgt wird, welche aber nicht über das nötige Budget für gesunde Ernährung verfügen. Das sind z.B. Kitas, sieben Schulen und mehrere Schülertreffs mit Hausaufgabenbetreuung, Kindergärten, Pfadfinder, etc., also Einrichtungen, in denen sich Kinder aus sozial schwachen Familien bereits aufhalten. 

Für diese mehr als 20 Einrichtungen werden die Lebensmittelspenden allerdings nicht gesondert gesammelt, sondern auf unseren täglichen Touren. Dadurch fallen auch keine Extrakosten für die Kindertafel an.

Die Tafel versorgt diese Einrichtungen mit Lebensmitteln für ein gesundes Schulfrühstück, Obst- und Rohkostteller oder ein gutes Mittagessen und unterstützt so jeden Monat rund 1.000 Kinder.

Wieso ist es notwendig, dass wir als Gesellschaft und auch jede einzelne Person die Tafel unterstützt u. in welcher Form ist das möglich?

Wir als Gesellschaft sollten darauf achten, dass niemand auf der Strecke bleibt, dass alle mit dem Nötigsten versorgt sind und anderseits die Lebensmittel, die dieses ermöglichen,  nicht achtlos vernichtet werden. Von etwas Wohlwollen und Umsicht können somit alle profitieren. Mit unserem Engagement wollen wir eine Brücke bauen zwischen Überfluss und Bedürftigkeit unabhängig von Nationalität, Konfession oder politischer Überzeugung unserer Gäste. Und im Grunde genommen kann jede/r dabei helfen!

Auch wir merken, dass sich grundsätzlich die finanzielle Lage der Menschen seit vielen Jahren verschlechtert und immer mehr Bedürftige zur Tafel kommen. Besonders schlimm werden die Folgen der Corona-Pandemie sein, die zu erheblich mehr Arbeitslosigkeit und knappen Geldmitteln geführt hat und weiterhin führen wird.

Daher ist die Hannöversche (Kinder-)Tafel immer mehr auf unterschiedliche Arten von Spenden angewiesen:.

… Spenden, also Geldspenden und Fördermitgliedschaften, die uns helfen, den Tafelbetrieb zu gewährleisten.

… Lebensmittelspenden, denn als Tafel einer Großstadt, die ausschließlich mit Ehrenamtlichen arbeitet, konzentrieren wir uns auf die Ausgabe von Lebensmitteln. Gebraucht werden Lebensmittel wie Gemüse-Konserven und andere Konserven, Tee, Kakao, Kaffee, H-Milch, Marmeladen und Schokomus, Reis, Nudeln, Kartoffelbrei, Würstchen in Gläsern oder Dosen, Müsli, Kekse, Cerealien, Speiseöl, Margarine, Babynahrung,  Nudelsoßen oder Tomatenmark, Gewürze und andere haltbare Lebensmittel; außerdem Hygieneartikel wie Zahnpasta, Duschgel, Waschmittel, etc.

… Ehrenamt, denn ohne die aktive Hilfe unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter könnten wir unsere Arbeit nicht leisten. Zur Zeit wird die Tafel von rund 160 Helfern beim täglichen Einsammeln und Verteilen der Lebensmittel unterstützt. Unsere Mitarbeiter werden abhängig von ihrer persönlichen zeitlichen Verfügbarkeit nach festgelegten Plänen eingesetzt. Sie alle machen die Umsetzung, ja, die Arbeit der Tafel überhaupt möglich. Ein Teil der Ehrenamtlichen sind die Fahrer oder Beifahrer, die mit den tafeleigenen Nutzfahrzeugen die bereitgestellten Lebensmittel auf festgelegten Routen bei Märkten und Bäckereien abholen und zu den Ausgabestellen bzw. sozialen Einrichtungen bringen. Der größte Teil der Ehrenamtlichen betreut die Ausgabestellen,  wovon wir 6 in Hannover und eine in Garbsen haben. Sie sortieren die gespendeten Lebensmittel und helfen bei der Abgabe der Lebensmittel an unsere Gäste. Ehrenamtliche in den KiTas, Schulen u.a. Einrichtungen helfen, Obst, Gemüse und Milchprodukte zum Direktverzehr zu bereiten oder bei der Zubereitung einer Mittagsmahlzeit.

Die Hannöversche Tafel e.V. ist auf all die „guten Geister“ und helfenden Hände angewiesen, und der Dank gilt allen, die sich für diese Aufgabe engagieren.

Die Fragen der „politischen Speisekarte“ wurden von Nicole Balschun beantwortet.

Die „Hannöversche Tafel“

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