Markus Söder überlegt, wie er seinen Wendehals vermarkten kann.

Momentan muss ganz Deutschland unter den Querelen zweier Kleinkinder leiden. Markus Söder und Armin Laschet, ihres Zeichens Regierungschefs großer Bundesländer, beweisen gerade, weshalb weder ein Amt noch Alter Anzeichen für Reife und Fähigkeiten darstellen.

Metaphorisch duellieren sich beide tagtäglich mit ihrem Gockelgehabe darum, sich anschließend auf noch größerer Bühne zu blamieren. Eigentlich sind beide unsere Zeit nicht wert, doch auch bei ungenießbaren Optionen sollte man wissen, warum sie abzulehnen sind.

Armin Laschet: Kam mit seinen 60 Jahren als absoluter Jungspund in den Reihen der Union und Empfehlung von Bundeskanzlerin Merkel zum Vorsitz der Partei, die Deutschland fast durchgehend regiert. Als Ministerpräsident in NRW könnte man vermuten, dass seine Erfahrungen helfen, ein industriell geprägtes Bundesland mit Transparenz und Werten zu navigieren. Des Weiteren muss man zu gute halten, dass er scheinbar das „buckeln“ beherrscht, da man in solche Ämter nur mit Parteiarbeit rutscht.

Die Pandemie hat mittlerweise bewiesen, dass Laschet unfähig ist, Krisen zu managen. Vorher hatte er schon Weitsicht gezeigt, indem es ihm unverständlich scheint, warum Umweltpolitik die Menschen bewegt:

Autsch, ich weiß. Da dreht sich einem der Magen um. Allein das hat ihn meinen Augen disqualifiziert, da der Klimawandel die größte Herausforderung unserer Zeit ist – auch jetzt noch.

Kommen wir aber zur Pandemie, denn dort gab es vollmundige Ankündigungen, sich stark gegen die Pandemie zu stemmen. Das Ergebnis ist jedoch, dass im Vordergrund vor allem die Wirtschaft steht, so dass seine schwarz-gelbe Regierung Städten verboten hat, ihre Kinder zu schützen.

https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/laschet-unterrichtung-landtag-coronapolitik-100.html

https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/schulen-kitas-schliessen-dortmund-abgelehnt-100.html

Die Spitze des Eisberges bildet die Aussage: „Mir sagen nicht Virologen, was ich zu entscheiden habe.“ Er bezieht sich dabei angeblich auf psychische Gesundheit von Schüler*innen und natürlich auf die Wirtschaft. Das Kernargument verstehe ich durchaus, doch eine Priorisierung ist derzeit vonnöten und Gesundheit muss im Vordergrund stehen. Wirtschaftliche Schäden entstehen durch das WischiWaschi sowieso und die Schäden Jugendlicher durch Verlust von Angehörigen sind deutlich belastender. Zudem wird deutlich, dass diese Kommentare nur über eigene Unlänglichkeiten hinwegtäuschen sollen, denn mit einem digitalisierten Angebot und einer Impfstrategie könnte man sogar stärker öffnen.

https://www.deutschlandfunk.de/lockerung-der-coronavirus-massnahmen-laschet-cdu-mir-sagen.868.de.html?dram:article_id=474970

Das sind nur zwei Beispiele, die mir bereits reichen, um Armin Laschet als Bundeskanzler abzulehnen, da Schwätzer, die keine harten Entscheidungen treffen können, in dieser Position nichts zu suchen haben.

Markus Söder: Auch über Markus Söder kann man Schönes sagen: Seine Karnevalskostüme sind wirklich beeindruckend. Und damit sind wir am Ende der Liste angekommen. Der Ministerpräsident von Bayern ist sogar noch um Einiges jünger (54 Jahre), so dass man hier fast denken könnte, er zähle noch zur Jugendorganisation der CSU. So wäre trotzdem nicht zu erklären, dass er mit rechtskonservativen Begriffen wie „Asyltourismus“ und Kommentaren zum Familienbild mehr als nur am rechten Rand fischt, der macht da direkt Urlaub.

„Rot-Grün hat ein gestörtes Verhältnis zur Familie.“ Nach Ansicht des CSU-Generalsekretärs wollen SPD und Grüne „die klassische Kernfamilie mit Vater, Mutter, Kindern nicht als Ideal akzeptieren“.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bildstrecke-saftige-soeder-sprueche-1.212593

https://www.welt.de/regionales/bayern/article178969630/Asyltourismus-Soeder-verteidigt-Begriff.html

Ich könnte jetzt verstehen, wenn argumentiert wird, dass seine erzkonservativen Kommentare erlaubt sind und eine Meinung darstellen, die gewissen Halt in der Bevölkerung hat. Einverstanden, dann entgegne ich nur, dass Markus Söder ein Jahr proklamiert hat, sein Platz sei in Bayern – mit vollstem Wissen, Kandidat der Union werden zu wollen.

https://www.sueddeutsche.de/politik/landtag-muenchen-soeder-mein-platz-ist-in-bayern-und-da-bleibe-ich-auch-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200916-99-585800

Das ist machtpolitisches Theater bei dem ich mein Geld zurückverlangen würde. Wer glaubt, dass er sich das erst jetzt überlegt und entschieden hätte, ist politisch naiver als ich beim Autokauf, denn so eine Entscheidungen durch Machtmensch Söder ist vorbereitet und ich halte es für inakzeptabel, durch Deutschland zu reisen, Bayern first Politik zu betreiben, um dann „demütig“ herauszuposaunen, man stehe bereit.

Deutschland braucht einen politischen Wandel und bei diesem Wahlkampf, der momentan nur Bauchschmerzen und Magenkrämpfe hervorruft, ist es mir egal, welcher dieser beiden politisch ausgehungerten Schauspieler für die Union antritt, so lange sie anschließend die Opposition führen. Wir brauchen weder Laschet, der nicht versteht, was eine Krise bedeutet, noch benötigen wir den, der unter Politiker*innen schon als Narzisst gilt. Lassen wir uns das auf der Zunge zergehen – aber schlucken müssen wir diese Pille nicht.

4 Gedanken zu “Wahlkrampf

      1. Da hast du recht. Aber wenn es jetzt nicht den Schwesterkrieg gäbe, dann gäbe es nur ein Lager und das Schreckgespenst Grün-rot-rot. Aber jetzt bei dem Kampf Laschet und Söder geht es auch, um ihre Performanz während Corona.

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