Das Klimapuzzle

Schon seit Jugendtagen empfinde ich das Puzzlen als befreiende Tätigkeit. Meine Strategie mag chaotisch und ungezielt (ich durchwühle einfach die Box in der Hoffnung, etwas Passendes zu finden) sein, jedoch die völlige Fokussierung auf das Zusammenstecken kleiner Teile, die perfekt in einander übergehen, hat eine befriedigende Wirkung, so dass jedes passende Teil Glückshormone freisetzt.

Mein aktuelles Projekt spiegelt malerisch wieder, wie die größte Bedrohung der Menschheitsgeschichte symbolisch einem Puzzle gleicht. Alle wichtigen Komponenten finden sich auf dem Bild wieder. Während das Haus für unseren Platz in der zukünftigen Welt steht, symbolisiert die Natur die Nachhaltigkeit unserer Vorhaben und das Meer den gefährlichen Anstieg der Meeresspiegel durch katastrophale Umweltbilanzen.

Nur über einen ausbalancierten Weg ist es möglich, dass alle drei Faktoren im Einklang funktionieren. Selbstverständlich ist die Grundlage unsere Existenz und das Wohlergehen zukünftiger Generationen, wofür es eine Flora in ausgiebiger, gesunder Form bedarf. Nicht nur ist dies notwendig, um den Nahrungsbedarf zu decken, sondern vielmehr braucht es die Natur, um die Waage im Gleichgewicht zu halten.

Das Meer – typischerweise Motiv des Reisens und des Fernwehs – fungiert im Klimakontext oft als Indikator problematischer Zustände, so wurde erst vor kurzem gewarnt, dass es in naher Zukunft kein dauerhaftes Eis in der Arktis geben könnte: ein Todesurteil für unzählige Arten und den Menschen in Küstenregionen.

https://www.deutschlandfunk.de/klimawandel-und-extremes-wetter-das-letzte-eis-noerdlich.676.de.html?dram:article_id=499722#:~:text=In%20der%20Arktis%20verl%C3%A4uft%20der,das%20sogenannte%20%E2%80%9ELetzte%20Eis%E2%80%9C.

Die Darstellung repräsentiert inhaltlich unser Ziel, doch auch die Idee des Puzzles erscheint mir eine ideale Metapher, um den Weg zum Ziel zu erläutern. Die Grundlage eines jeden Puzzles ist das Verständnis, dass es ein konkretes, fertiges Bild gibt, auf das wir gemeinsam hinarbeiten. Dabei nutzen wir die zur Verfügung stehenden Teile / Mittel – eine basale Übereinkunft von Fakten. Es gibt keine alternativen Teile und keine Verknüpfungen, die nicht zusammen gehören. Es kann keinen Zweifel an diesem Ausgangspunkt geben.

Der Klimawandel fasst unter seinem Hut zudem unendlich viele Bereiche in ein einziges Kleid: Produktion von Waren, Lebensbedingungen Menschen aller Nationen, Forstwirtschaft, Überfischung, Transport von Menschen und Gütern. Wie in unserem Bild gibt es unterschiedliche Schwerpunkte, die letztlich aber zusammen passen und daher zwar teilweise getrennt gepuzzelt werden, im fertigen Status aber alle verbunden sind.

Es ist daher an der Zeit, aus den kleinen, individuellen Lösungen ein Gesamtpaket zu schnüren, um möglichst zeitnah ein fertiges Bild unserer nachhaltigen Zukunft zu haben.

Ich bin bereit meinen Teil dazu beizutragen und unser Klimapuzzle ist so gigantisch und kompliziert, dass es die Anstrengungen aller benötigt, um fertiggestellt zu werden, egal ob sie das wollen oder nicht. Viele Menschen sind – wie ich – nicht logisch-analytisch veranlagt und sehen eher das Bild als die Formen, doch es braucht jede einzelne Hand, denn jedes Stück erleichtert den Rest. Am Ende ist es immer hilfreich, auch andere Blickwinkel und Perspektiven einzunehmen.

Wir brauchen Ruhe, Motivation, Geduld (im Prozess, nicht in den Maßnahmen – darauf haben wir lange genug gewartet) und ein Quäntchen Glück, damit wir am Ende nicht feststellen müssen, dass einige Puzzleteile dem Staubsauger der Ignoranz zum Opfer gefallen sind.

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